Trockenmittel berechnen: Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden?

Um die richtige Menge an benötigten Trockenmitteln berechnen zu können, spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Die nachfolgende Auflistung soll Ihnen einen ersten Überblick über die Informationen geben, die dafür grundsätzlich notwendig sind. Eine verlässliche Trockenmittel Berechnung für Ihren speziellen Anwendungsfall, die gleichzeitig sicher wirksam und auch wirtschaftlich ist, kann nur im Rahmen einer individuellen Beratung erfolgen. Zögern Sie nicht, uns zunächst unverbindlich zu kontaktieren. Wir stehen bei allen Fragen gern zur Verfügung.


1. Sperrschicht

Trockenmittel schützt Ihre Güter durch Reduktion der Luftfeuchtigkeit. Die getrocknete Luft darf nicht durch Zuführung immer neuer Luft feuchter werden. Es ist daher eine Sperrschicht zur Begrenzung des Luftaustausches nötig. Holz und Kartonagen begrenzen den Luftaustausch nur ungenügend und sind daher unberechenbar und als Sperrschicht nicht geeignet. Üblich sind Sperrschichten aus Folie um das Packgut. Bei Verwendung von Überseecontainern kann der Container die Sperrschicht darstellen.

  • Container: Beim Container wird davon ausgegangen, dass er nicht ganz luftdicht sein kann. Es erfolgt ein geringer Luftaustausch durch Ritzen, Löcher und das Öffnen der Türen. Große Lüftungsöffnungen sind jedoch mit Klebeband zu verschließen.
  • PE-Folie: Eine PE-Folie sollte eine Stärke von 0,2 mm (200 my) aufweisen. Je dicker die Folie ist, desto weniger Wasserdampf diffundiert durch die Folie.
  • Aluminiumverbundfolie: Aluminiumverbundfolie hat im Vergleich zur PE-Folie eine wesentlich dichtere Sperrschicht und eignet sich insbesondere für lange Lagerzeiten.
  • Größe des Packraums: Der Packraum ist das Volumen des Raumes, der durch die Sperrschicht begrenzt wird. Während beim Container die Angabe erforderlich ist, ob z.B. ein 20 oder 40 Fuß Standardcontainer oder ein 45 Fuß High Cube zum Einsatz kommt, ist bei Verwendung von PE- oder Aluverbundfolie die Größe des Packraums (Länge x Breite x Höhe) anzugeben.


2. Klima beim Verpacken

Es macht einen großen Unterschied, ob die Ware bei etwa bei 18°C und 70% relativer Luftfeuchtigkeit oder bei 25° C und 90% relativer Luftfeuchtigkeit verpackt und verladen oder auch gelagert wird. Wir empfehlen, das höchstanzunehmende Klima zu wählen, um Ihre Ware optimal vor Feuchtigkeit zu schützen.


3. Feuchtigkeitsanteil der zu schützenden Ware

Auch die zu schützende Ware kann Feuchtigkeit enthalten, die an die Luft abgegeben wird. Bei Temperaturschwankungen kann die Feuchtigkeit an der Oberfläche der Ware kondensieren und Schäden verursachen. Es ist daher zu prüfen, ob die Ware Feuchtigkeit abgibt.

  • Gewicht der Ware
  • Enthält die Ware kein Wasser? Dies ist z.B. bei Metall der Fall.
  • Ist die Ware lufttrocken? Dabei geht man von einem Wassergehalt von max. 18% aus. Von diesen 18% können maximal 8% verdunsten und es verbleiben 10% Restfeuchte im Material. Auf diese Werte kommen z.B. trocken gelagertes Holz und Pappe.
  • Eigene Feuchtemessung: Für eine genaue Überprüfung können Feuchtemessgeräte verwendet werden. Es ist auch möglich, ein Musterstück zu wiegen, in einem Ofen bei 60°C zu trocknen und erneut zu wiegen. Die Gewichtsdifferenz entspricht dem Feuchtigkeitsanteil, der verdunsten kann. Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:


4. Pack(hilfs)mittel

Pack(hilfs)mittel sollen die Ware sichern und schützen. Sie können jedoch zu viel Feuchtigkeit enthalten. Dann schädigt die Feuchtigkeit bei Temperaturschwankungen die zu schützende Ware. Deshalb ist es wichtig, nur möglichst trockene Pack(hilfs)mittel zu verwenden. Was und wie viel davon kommt außer der Ware mit in die Sperrschichthülle?

  • Art der Pack(hilfs)mittel, z.B. Paletten, Pappen, Polster- und Sicherungsmaterial
  • Menge / Gewicht der Packhilfsmittel
  • Feuchtigkeitsgehalt (lufttrocken? eigene Feuchtemessung mit der o.g. Formel?)


5. Transportklima / Lagerklima und Dauer

Diese Angaben sind näherungsweise nötig, um den Luftaustausch über die Zeit durch die Sperrschicht zu berechnen.

  • Von welchem Land in welches andere Land wird die Ware transportiert? Oder - im Falle reiner Lagerung - in welchem Land wird sie gelagert?
  • Transport: Dauer (Be- bis Entladezeitpunkt) inkl. Lagerdauer am Startort vor Versand und am Zielort nach Versand
  • Lagerung: Wie lange soll die Ware gelagert werden?
  • Gewünschte Endfeuchte: Die Berechnung nach DIN erfolgt üblicherweise mit einer gewünschten Endfeuchte von 40%. Es ist selbstverständlich möglich, die Berechnung auch für einen anderen Zielwert durchzuführen.


Wichtiger Hinweis

Bei zu hohen Feuchtigkeitsgehalten der Ware und/oder Pack(hilfs)mittel steigt die benötigte Menge an Trockenmitteln undefiniert an. In diesem Fall sind ergänzende Maßnahmen notwendig, um einen wirtschaftlichen Trockenmitteleinsatz zu gewährleisten. Unser Berater-Team kann Sie auch beim Thema Prozessoptimierung unterstützen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf - gemeinsam halten wir Ihre Ware trocken!

 

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